WO SIND UNTERSCHIEDE? WO SIND ÜBERSCHNEIDUNGEN?

Für jeden Anwendungsfall die passende Blockchain einsetzen.

PUBLIC VS PERMISSIONED BLOCKCHAIN

Man unterscheidet zwischen einer Public Blockchain (u. a. mit einem offenen Zugriff für alle Teilnehmer, anonymisiert und in einem offenen Netzwerk) und einer private Blockchain (u. a. mit bekannten Teilnehmern, einem Berechtigungskonzept und einer expliziten Nutzerfreigabe).

Public vs Permissioned Blockchain

Der Ideen-Ursprung der Blockchain Technologie liegt in der Abschaffung zentraler Mechanismen und Strukturen in der Finanz-Branche – eine Technologie, die von niemandem allein betrieben wird, deren Entwicklung von der Community vorangetrieben und entschieden wird. Diese „public blockchains“ wie Bitcoin setzen somit auf Zugriff für jeden, Pseudonymität und volle Transparenz in die getätigten Transaktionen.

Diese Eigenschaften widersprechen häufig den Anforderungen von Geschäftsnetzwerken im Unternehmenskontext. Dort sind weder volle Transparenz gewünscht (wer möchte schon, dass der Wettbewerb die eigenen Transaktionen nachvollziehen kann), noch den Zugang eines jeden zu den Knoten des Blockchain-Netzwerkes. Doch auch ohne diese Eigenschaften können Blockchain-Technologien erhebliche Mehrwerte in Unternehmens-Szenarien erzeugen. Daher wurde das Konzept der Permissioned Blockchain entwickelt. Dies sind Infrastrukturen, die entgegen des ursprünglichen Blockchain-Gedankens mehr Kontrolle auf Teilnehmer, Berechtigungen, Konsens und Transaktionsrahmenbedingungen ermöglichen.

Unterschiede zwischen Public und Permissioned Blockchain gibt es bei Zugriff, Berechtigungen, Performance, Kosten und Identität.

IM VERGLEICH

 Public BlockchainPermissioned Blockchain
ZugriffJeder kann einen Knoten betreibenNur Berechtigte können einen Knoten im Netzwerk anmelden
BerechtigungenJeder sieht alle Trans­aktionenEs existiert ein Rollen-/ Rechtesystem für die Inhalte der Transaktionen
IdentitätAnonymisiert / pseudo­nymisiertIdentifizierte Teilnehmer
Performance10-15 Trans­aktionen/s>n * 1.000 Trans­aktionen/s
KostenTransaktions­gebührenBetriebskosten für Infrastruktur

Was zeichnet Public Blockchains aus?

An Public Blockchains kann jeder teilnehmen. Jeder kann sich die Software herunterladen, auf dem eigenen Rechner einen Knoten installieren, sich in das Netzwerk integrieren und daran teilnehmen. Ebenso kann jeder in diesem Netzwerk darauf Transaktionen ausführen. Und im Falle von Bitcoin kann auch jeder alle Transaktionen sehen. Bei Ethereum ist der Zugriff auf Transaktionsdaten zwar leicht eingeschränkt, aber grundsätzlich können auch hier alle Teilnehmer alle Transaktion einsehen.

Aufgrund des Konsensalgorithmus Proof-of-Work ist die Anzahl der Transaktionen in Public Blockchains begrenzt auf ca. 15 Transaktionen pro Sekunde. Das schränkt die Performance ein und kann sogar zu langen Warteschlangen an Transaktionen führen, die noch genehmigt werden müssen, wenn die Blockchain sehr beliebt ist. Daher ist zum Beispiel Ethereum eher bedingt sinnvoll für den Enterprise-Einsatz.

Identitäten bei Public Blockchains sind entweder komplett anonym oder pseudonymisiert. Das heißt, es gibt auch keine eindeutige oder klar definierte und insbesondere überprüfbare Identität eines Teilnehmers auf dieser Blockchain.

Eine Public Blockchain erfordert eine Währung, um das Mining zu incentivieren, also die Teilnehmer dafür zu belohnen, dass sie Arbeit in die Blockchain stecken. Public Blockchains werden insbesondere für Kryptowährungen eingesetzt und in Szenarien, die Endanwender adressieren. Hier sind sie flexibel einsetzbar.

Was zeichnet Permissioned Blockchains aus?

Das Enterprise-Umfeld stellt andere Anforderungen an eine Blockchain.

Zum einen werden Berechtigungskonzepte benötigt. In einer Permissioned Blockchain soll nicht jeder im Netzwerk alle Transaktionen sehen können, auch soll nicht jeder am Netzwerk teilnehmen können. Der Betreiber einer Permissioned Blockchain möchte selbst festlegen, wer einen Knoten betreiben darf und welche Teilnehmer Transaktionen validieren.

Diese Eigenschaften lassen sich beispielsweise mit Hyperledger umsetzen. Hyperledger startete im November 2017 mit ca. 1.000 Transaktionen pro Sekunde, liegt inzwischen bei bis zu 7.000 Transaktionen pro Sekunde. Diese Zahlen werden weiter steigen, um darüber hinaus gehende Konzepte umsetzen zu können.

Zudem bieten Permissioned Blockchains die Möglichkeit, alle Teilnehmer eindeutig zu identifizieren. Es gibt Anmeldeprozesse, die eingrenzen, wer teilnehmen darf, und die vorgeben, wie die Identifizierung stattfinden soll.

Darüber hinaus gibt es in Permissioned Blockchains verschiedene Arten von Konsens-Algorithmen. Damit wird auch eine inhärente Währung überflüssig, denn es lassen sich andere Mechanismen anwenden, um Teilnehmer für das Bestätigen von Transaktionen zu belohnen – sofern es für das Business-Umfeld überhaupt notwendig ist.

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