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Baggage-Tracking mit der Blockchain

Weltweit gehen im Schnitt 5,7 Gepäckstücke pro 1.000 Flugpassagiere verloren oder treffen verspätet ein. Das macht mehr als 20 Millionen Koffer und Taschen im Jahr. Mithilfe von Blockchain könnten Airlines die Sicherheit beim Gepäcktransport erhöhen.

Die Aviation-Industrie arbeitet bereits seit Jahren daran, die Zahl der verlorenen Gepäckstücke in den Griff zu bekommen. Für eine weitere Verbesserung soll die von der IATA herausgegebene Resolution 753 sorgen, die am 1. Juni 2018 wirksam geworden ist. Diese schreibt Airlines das Baggage-Tracking an vier Punkten der Transportkette vor: bei der Gepäckübergabe durch den Passagier an die Airline, beim Verladen in das Flugzeug, bei der Auslieferung in den Transferbereich und bei der Rückgabe an den Passagier. Die IATA-Mitglieder haben sich dadurch verpflichtet, jedes Gepäckstück vom Start bis zur Landung ununterbrochen zu verfolgen und die Daten zur Verfügung zu stellen. Ziele sind eine verbesserte Passagierzufriedenheit sowie verringerte Kosten, aber auch eine verbesserte Sicherheit.

Zu viele Köche…

Warum aber ist es so schwierig, eine höhere Erfolgsquote bei dem Transport zu erzielen? Der Gepäcktransport bei Airlines ist vergleichbar mit klassischen Logistikprozessen im Güterverkehr. Die Koffer durchlaufen mehrere Stationen und es gibt immer wieder einen Übergang des Owners. Je nach Anzahl der Zwischenstopps einer Reise sind mehrere Airlines und Flughäfen involviert. Dazu kommen die regionalen Security Agencies und Handling Agents. Je öfter ein Passagier also umsteigt, desto höher wird das Risiko, einen Koffer zu verlieren.

Blockchain-basiertes Baggage Tracking

Die Aviation-Industrie arbeitet an neuen Möglichkeiten für eine gesicherte und beschleunigte Identifikation der Gepäckstücke – benötigt werden jedoch auch Möglichkeiten, den Datenaustausch zwischen den am Transport beteiligten Organisationen zu verbessern. Da die Verantwortlichkeit für jedes Gepäckstück innerhalb der Transportkette mehrfach wechselt, werden auch die Daten in den jeweils lokalen und proprietären IT-Systemen jeder Organisation gespeichert. Dies erschwert beispielsweise die Rückverfolgung bei Multi-Stopp-Flügen, da auf einen Blick nicht klar ist, wo die letzte Etappe der Transportkette war. Zudem besteht bei diesem Verfahren die Gefahr einer Datenmanipulation, wodurch sich potenzielle Sicherheitsgefahren ergeben.

Die Herausforderung besteht im Kern darin, die Ownership eines Gepäckstücks nachzuverfolgen. Dafür wäre ein Umbrella-IT-System notwendig, an dass alle Airlines, Flughäfen und Dienstleister ihre Daten liefern – ein eher unwahrscheinliches Szenario, da hierfür die bislang autarken Software-Systeme von allen Organisationen gekoppelt werden müssten.

Mehr Intelligenz in den Transportprozess bringen

Eine Lösung bietet die Blockchain-Technologie. Bislang wurde eine solche Lösung nur diskutiert und es existiert auch keine fertige Software für dieses Szenario. Dabei ist der technologische Aufwand für Airlines vergleichsweise gering. Die Marktteilnehmer müssten lediglich ihre bestehenden Software-Systeme über eine sogenannte API (Programmierschnittstelle) öffnen und die Daten aus dem Gepäcktransportsystem in die Blockchain schreiben oder von dort auslesen und in ihr eigenes System einspielen. Der Vorteil: Bestehende Infrastrukturen lassen sich weiterhin verwenden, wodurch ein Schutz bereits getätigter Investitionen erreicht wird.

Erweiterungen sollten jedoch bei automatisierten Baggage-Drop-Off-Automaten vorgenommen werden. Diese stehen in der Prozesskette an erster Stelle und sind der initiale Punkt der Datenerfassung. Schon am ersten Registrierungspunkt muss eine eindeutige und fälschungssichere Identifikation eines Koffers erfolgen. Theoretisch könnte ein Passagier sein Gepäck nach dem Wiegen nochmals wechseln und das am Automaten ausgedruckte Label an einem anderen Gepäckstück anbringen. Für eine eindeutige Identifikation muss daher zunächst ein digitaler Zwilling des Gepäckstücks erstellt werden, der möglichst viele Parameter umfasst. Dazu zählen neben dem Gewicht auch ein Foto oder eine Scanner-Aufnahme sowie bei einem intelligenten Koffer die elektronischen Identifikationsdaten. Dieser Datensatz wird anschließend in der zentralen Blockchain gespeichert und erlaubt auf dem gesamten Reiseweg allen beteiligten Organisationen eine sichere und eindeutige Identifikation des Gepäcks. Weiterhin ist damit eine sehr schnelle und eindeutige Rückverfolgbarkeit möglich, falls ein Koffer auf dem Transportweg verloren ging. Darüber hinaus sind die in der Blockchain gespeicherten Daten nachträglich nicht veränderbar, sodass Manipulationen über das IT-System weitgehend ausgeschlossen werden können.

So könnte die Blockchain-Technologie dafür sorgen, dass künftig weniger Gepäckstücke verloren gehen und wenn doch verloren, so können sie schneller aufgespürt und dem Fluggast zurückgegeben werden.

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